Porträt Ilse Petilliot-Becker

Ilse Petilliot-Becker

Eines meiner Hobbys ist das Segeln. Es ist eine Herausforderung den sicheren Hafen zu verlassen, einen Kurs zu bestimmen, die Segel entsprechend Wind und Kurs zu stellen und sich den Wind um die Nase wehend, auf große Fahrt zu begeben.

Neben der Herausforderung ist da auch eine Sehnsucht – eine Sehnsucht nach Meer, Wind, Weite und neuen Ufern. Eine Sehnsucht hinter der sich eine Vision verbirgt, die mein Leben durchzieht.

Wenn du ein Schiff bauen willst,

so trommle nicht Männer zusammen,

um Holz zu beschaffen,

Werkzeuge vorzubereiten,

Aufgaben zu vergeben,

sondern lehre die Männer

die Sehnsucht nach dem endlosen Meer.

Antoine de Saint Exupery

Dieses Zitat macht bewusst, dass jeder Mensch eine Vision braucht, um erfolgreich zu sein und mit anderen Menschen zusammen arbeiten zu wollen. Antoine de Saint Exupery zeigt mit seiner Metapher einen Weg: Das Leben so gestalten, dass wir wissen warum wir etwas tun. Dazu benötigen wir Visionen, Träume und Wünsche, Ziele und Vorstellungen.

Meine Vision von zukünftiger Schule reifte bereits während meines Studiums heran, - Schule und Unterricht so zu gestalten, dass Kinder ihren Anlagen und Kompetenzen entsprechend lernen können, gefordert und gefördert werden. Damit Träume von einer zukünftigen Schule, von einem Schulleben wahr werden, müssen wir probieren, Altes vielleicht loslassen und uns auf neue "Fahrt" begeben. Das heißt nicht, dass Bewährtes und für gut Befundenes über Bord geworfen werden sollen, aber es heißt neben bewährten Wegen neue Wege zu finden und zu gehen.

Dieser Mut zu Veränderungen und neuen Herausforderungen prägte mein berufliches Leben und so ging ich neue Wege. Über die Lehrerfortbildung, für die ich durch eine Kollegin schon während der zweiten Ausbildungsphase motiviert wurde, war ich zunächst in der Fachberatung tätig, dann wurde ich Pädagogische Beraterin. Pädagogische Konzepte umzusetzen und das einzelne Kind ganzheitlich zu betrachten wurden im Austausch mit Lehrkräften handlungsleitend. Ich wurde Konrektorin, Rektorin, war an ein Staatliches Schulamt abgeordnet, wurde Referentin im Regierungspräsidium Stuttgart und am Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, war Referatsleiterin im Regierungspräsidium Karlsruhe für die Schularten Grund-, Werkreal-, Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen, Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren und bin nun Referatsleiterin des Referats Grundschule, Frühkindliche Erziehung und Bildung im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport.

Während meiner Zeit als Schulleiterin studierte ich Schulmanagement. Den Blick auf wissenschaftliche Ergebnisse lenken, diese mit der Praxis verknüpfen und umsetzen, war eine bereichernde Zeit. Immer neue Begegnungen, Herausforderungen und Arbeitsgebiete machten mein Berufsleben bunt. Der Wunsch nach Eigenverantwortung und verantwortlicher Gestaltung von Unterricht und Schule, aber auch die Schulorganisation prägten mich. Gerade in Phasen der Führung erlebte ich, dass Verantwortung auch bedeutet, Menschen auf einen neuen Weg mitzunehmen und sich mit ihnen zu vernetzen. Ein wichtiger Halt war und ist dabei die Unterstützung durch den Partner, die Familie und Freunde.